Wertschätzung als Motivationskiller: Wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter mit übertriebener Lobhudelei versauen

In der heutigen Arbeitswelt ist es unerlässlich, dass Führungskräfte ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, geschätzt und respektiert zu werden. Eine wertschätzende Haltung ist unerlässlich, um Teammitglieder zu motivieren und zu begeistern, und es ist wichtig, dass Führungskräfte den richtigen Tonfall treffen, wenn es um Wertschätzung geht. Während ein übermäßiges Lob nicht nur unangemessen, sondern auch kontraproduktiv sein kann, können Führungskräfte ihren Mitarbeitern auf andere Weise Respekt und Anerkennung zeigen.

Die richtige Wertschätzung zu zeigen, kann eine zentrale Rolle dabei spielen, ein positives Arbeitsklima zu schaffen. Eine Führungskraft kann zum Beispiel wertvolle Einblicke in Entscheidungsprozesse geben und sicherstellen, dass sich Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der Entwicklungen befinden. Es ist auch wertvoll, dass Führungskräfte auf die Ideen und Meinungen der Mitarbeiter hören und diese aufmerksam und respektvoll behandeln. Es ist wichtig, dass Führungskräfte die Arbeit ihrer Mitarbeiter wertschätzen und ihnen das Gefühl geben, dass sie geschätzt werden.

1. Der Teufel steckt im Detail

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft ist es, ihre Mitarbeiter zu motivieren. Daher richten sich viele Unternehmen darauf aus, ihre Teammitglieder so gut wie möglich zu schätzen. Dazu gehört in erster Linie die Wertschätzung der Leistung und des Engagements des Teams. Doch damit dies nicht nachteilig für die Motivation ist, ist oft ein sehr feines Gespür gefragt.

Auch wenn es auf den ersten Blick leicht erscheint, Lob und Wertschätzung anzubringen, kann eine ungeschickte Umsetzung schnell ins Gegenteil umschlagen und tatsächlich demotivierend wirken. Hier liegt der Teufel im Detail: Es kommt stark auf die Form an, in welcher Du Dein Lob übermittelst – aber auch auf den Inhalt und das Timing!

2. Zu viel Lobhudelei wirkt kontraproduktiv

Wenn Führungskräfte zu viel Lobhudelei betreiben, kann dies eine kontraproduktive Reaktion bei ihren Mitarbeitern hervorrufen. Zu viel übertriebenes Lob wird als unglaubwürdig angesehen und vermittelt dem Mitarbeiter das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Dies schadet letztendlich mehr, als es nutzt – was natürlich nicht gewollt ist.

Auch der Eindruck entsteht, dass die Lobpreisung mehr dem Unternehmen oder dem Vorgesetzten selbst diene und weniger auf die Leistung des Mitarbeiters bezogen ist. Besonders in stressigen Situationen sind solche Übertreibungen fehl am Platz und schaden der Motivation der Mitarbeiter mehr, als sie ihnen helfen sollten.

3. Loben Sie nicht um des Lobens willen

Wenn du nur aus dem Grund lobst, um deine Mitarbeiter zu ermutigen, wird das kontraproduktiv sein. Echte Wertschätzung ist kein leeres Lippenbekenntnis oder eine Pflichtübung. Tatsächlich betrachten viele Menschen Lob als eine Art Platzhalter und interpretieren einen übermäßigen Gebrauch von Lob als mangelndes Interesse an ihrer Leistung.

Daher solltest du als Führungskraft verstehen, dass es beim Loben nicht einfach ums Reden geht – es geht darum, deinen Mitarbeitern die Anerkennung und Bestätigung zu geben, die sie verdienen. Nur wenn dir immer noch nicht klar ist, warum dein Mitarbeiter diese spezifische Aufgabe gemacht hat oder welchen Nutzen er dadurch für die Organisation bringt, solltest du lieber kein Lob aussprechen.

4. Lobhudelei statt echter Wertschätzung

In vielen Unternehmen wird die Wertschätzung der Mitarbeitenden mit übertriebener Lobhudelei verwechselt. Ein ‚Gut gemacht!‘ hier und ein ‚Tolle Leistung!‘ da und schon fühlen sich alle wohl und zufrieden. Aber leider ist diese Art von Lobhudelei oft oberflächlich und ermöglicht es den Mitarbeitenden nicht, sich zu entwickeln und zu wachsen. Denn es fehlt an einer langfristigen Unterstützung und Anerkennung in Form konkreter Handlungsanweisungen, Ziele und Ressourcen, um diese Ziele zu erreichen.

Wenn Mitarbeitende wirklich geschätzt werden, bedeutet dies, sie konstruktiv zu unterstützen und ihnen klare Ziele zu geben, die sie erreichen können. Wenn ein Mitarbeiter erfolgreich ist, dann sollte er auch die Anerkennung erhalten, die er verdient. Dies kann in Form von finanziellen Anreizen, zusätzlichen Urlaubstagen, einer öffentlichen Anerkennung oder einfach durch ein ‚Danke für deine harte Arbeit!‘ ausgedrückt werden. Es ist wichtig, dass Mitarbeitende wissen, dass sie für ihre Bemühungen geschätzt werden.

5. Der schmale Grat der Wertschätzung

Wertschätzung ist ein wichtiges Instrument, um Mitarbeiter zu motivieren und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie als Teil des Teams wertgeschätzt und verstanden werden. Jedoch sollte man vorsichtig damit sein – auch hier gilt: „zu viel des Guten“ kann schaden.

Zu übertriebener Lobhudelei kann es leicht kommen, aber diese bringt die Botschaft der Wertschätzung nur in den Hintergrund. Stattdessen rückt das erhaltene Lob in den Vordergrund – was genau entgegengesetzte Konsequenz hat. Zudem besteht die Gefahr von falscher Wertschätzung, bei der Mitarbeiter dadurch demotiviert statt motiviert werden.

Der schmale Grat liegt also darin, echte Wertschätzung auszudrücken, ohne übertriebene Lobhudelei oder gar falsche Anerkennung zu geben. Dafür braucht es mehr als nur Worte – eine authentische Haltung und Tatkraft sind notwendig!

6. Weniger ist manchmal mehr

Für eine erfolgreiche Wertschätzung ist es wichtig, dass du die richtige Dosis an Komplimenten findest. Zu viel Lobhudelei kann sich auf lange Sicht als schädlich und demotivierend herausstellen. Daher gilt: Weniger ist manchmal mehr! Besonders bei berufserfahrenen Mitarbeitern, die schon viele lobende Worte gehört haben, wirkt übertriebenes Lob nur noch abgestumpft und bemüht.

Gib stattdessen lieber konstruktives Feedback, das den Mitarbeitern hilft zu reflektieren und ihr Verhalten oder ihre Arbeitsweise zu verbessern. Halte dein Feedback stets auf Augenhöhe – unverkrampft, aber mit Respekt. Und vermeide falsche Wertschätzung in Form von leeren Schmeicheleinheiten oder übertriebener Begeisterung für alles, was getan wurde – besonders wenn es gar nicht so gut war.

7. Die Kunst der Wertschätzung

Wertschätzung ist eine schwierige Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Es geht nicht nur darum, das richtige Feedback zu geben und regelmäßiges Lob auszusprechen. Vielmehr sollte die Wertschätzung als echter Ausdruck von Respekt und Anerkennung der Leistung jedes Einzelnen verstanden werden.

Für Führungskräfte bedeutet dies, mehr als nur leere Floskeln oder Worthülsen loszuwerden – sie müssen sich in ihren Mitarbeitern hineinversetzen können, um herauszufinden, welche Art von positiver Rückmeldung bei ihnen ankommt. Dazu gehört auch ein Gespür für den richtigen Moment und Timing: Zuverlässigkeit ist wichtig! Nur so kann man dem Mitarbeiter signalisieren: „Ich sehe dich! Ich sehe deine Arbeit und bin beeindruckt.“

8. Mehr als nur Worte

Wenn du als Führungskraft deinen Mitarbeitern zeigen willst, dass du sie wirklich wertschätzt, reichen Worte allein oft nicht aus. Egal wie oft du betonst, dass du sie wertschätzt, es reicht nicht aus. Es ist wichtig, dein Lob durch Taten zu unterstreichen. Wie das bekannte Sprichwort sagt: „Taten sprechen lauter als Worte.“ Betone und belohne konstruktives Verhalten, um deinen Mitarbeitern zu zeigen, dass du ihre Anstrengungen schätzt. Du kannst zum Beispiel Prämien oder spezielle Anerkennungen anbieten, um deine Wertschätzung auszudrücken. Durch solche Maßnahmen vermeidest du, dass dein Lob als leere Geste wahrgenommen wird und stattdessen können deine Mitarbeiter ihre Arbeit mit Freude erfüllen.

9. Von falscher Wertschätzung demotiviert

Eine falsche Form der Wertschätzung kann Mitarbeitern das Gefühl geben, nicht wirklich ernst genommen oder verstanden zu werden. Verallgemeinerte Aussagen, die keine besonderen Leistungen anerkennen und einfaches „Gut gemacht“ auf dem Weg zur Arbeit sind Beispiele für eine formlose Art des Lobens. Während diese Absichten möglicherweise gut sind, können solche Kommentare letztendlich uninteressant und unbedeutend erscheinen und in manchen Fällen sogar als Demotivationsfaktor fungieren. Es ist am besten, individuelle Leistungsergebnisse spezifisch anzuerkennen – mit Details über den Erfolg des Mitarbeiters – um das Gefühl der Wertschätzung zu vermitteln.

10. Wertschätzung ohne Motivationsverlust

Eine effektive Methode, um Mitarbeiter zu motivieren und zu belohnen, ohne das Risiko einzugehen, sie abzustumpfen, ist die Investition in Anerkennungsprogramme. Diese Programme können auf verschiedene Weise implementiert werden und sollten Mitarbeitern auf kontinuierlicher Basis positive Ergebnisse liefern. Dazu gehört beispielsweise ein Kudos-Programm – eine Art virtueller High-Five oder Anerkennungssystem: Wenn jemand gute Arbeit leistet oder besondere Fähigkeiten demonstriert, erhalten andere Kollegen die Möglichkeit, es positiv hervorzuheben. Damit dieses Programm effizient funktioniert, müssen Führungskräfte gut über ihre Teams Bescheid wissen und erkennen: Wer hat sehr gute Leistung erbracht? Welcher Mitarbeiter zeigte neue Fähigkeiten? Kudos-Programme verleihen Lob nicht nur anhand von Zielerreichung, sondern basieren auch auf tatsächlich beobachtetem Verhalten – was bedeutet, dass es keine falschen Worte gibt!

Das ist eine gute, moderne und in Unternehmen oft genutzte Möglichkeit, Anerkennung zu geben. So schön und praktisch diese digitalen Anerkennungssysteme sind: Nichts ist so stark, wie die persönliche Anerkennung.

Viel Erfolg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert